RW Zerbst ist die Kür – die Pflicht kommt danach

Spitzenspiel

Der amtierende Deutsche Meister und bislang noch ungeschlagene Tabellenführer der 1. Kegler-Bundesliga, der SKV Rot-Weiss Zerbst, eröffnet am kommenden Samstag um 14.00 Uhr, den Reigen der Spitzenspiele. Schon eine Woche später trifft das Maier-Team zuhause im Pokal auf den ESV Ravensburg. Anschließend müssen mit Blau-Weiß Peiting, dem härtesten Verfolger der Rainauer und der Tabellenzweite SKC Victoria Bamberg noch zwei weitere Spitzenmannschaften auf der Ostalb antreten. Also in den kommenden Wochen ein mit Highlights der Extraklasse nur so gespickter Terminkalender, den die Erstligakegler des KC Schwabsberg zum Saisonfinale hin noch abzuarbeiten haben.

„Die Gefühle zu beschreiben, die man hat, wenn man in so eine Begegnung geht, ist nicht ganz einfach. Eigentlich ist es bereits ein Erfolgserlebnis, wenn man überhaupt gegen eine Mannschaft wie Zerbst antreten darf“, umschreibt Schwabsbergs Teamchef Rudolf Maier seine Gedanken. „Wir spielen in ein und derselben Liga und haben uns als Tabellendritter bislang ganz achtbar geschlagen, dennoch ist Rot-Weiss Zerbst in dieser Begegnung ganz eindeutig der klare Favorit. Die spielen nämlich in einer ganz anderen Liga. Hinzu kommt, dass die Zerbster in den letzten Wochen keglerisch in eine neue Dimension vorgestoßen sind. Erst unlängst haben sie zuhause gegen den ESV Schweinfurt mit 3967 Kegeln einen neuen (inoffiziellen) Weltrekord aufgestellt. Aber gerade das macht auch den besonderen Reiz der smstäglichen Begegnung aus. Vor allem für unsere jungen Spieler, die natürlich darauf brennen sich mit den Platzhirschen zu reiben“.

Eigentlich haben Schwabsbergs Kegler im Duell gegen den Deutschen Meister Zerbst nichts zu verlieren. Ernstlich werden weder sie noch sonst ein Bundesligist auf die Idee kommen, die Punkte gegen die derzeit wohl beste Vereinsmannschaft der Welt, schon einmal auf die Habenseite buchen, obwohl die Hoffnung bekanntlich ja zuletzt stirbt. 

Im Vorfeld der Partie sind Spekulationen durchaus erlaubt. So wäre es völlig wesensfremd, wenn sich die junge Schwabsberger Mannschaft, die noch ganz am  Anfang ihrer Entwicklung steht und die über ein erhebliches Entwicklungspotential verfügt, einfach in ihr Schicksal ergeben würde. Dass man dazu nicht kampflos bereit ist hat sich bereits im Hinspiel in Zerbst gezeigt. Dort haben Schwabsbergs Vorzeigekegler trotz der 6 : 2 Niederlage voll und ganz überzeugt. Man hat Boden gut gemacht auf den Meister. „So etwas haben wir hier schon lange nicht mehr gesehen, das war wirklich ein hartes Stück Arbeit bis dieser Sieg unter Dach und Fach war“, kommentierte Timo Hoffmann der Zerbster Mannschaftskapitän damals das Match. 

 Am Samstag wird die gesamte Schwabsberger Mannschaft hart am Limit spielen müssen, um den Rot-Weißen den einen oder anderen Mannschaftspunkt zu entreißen. Dann werden vor heimischem Publikum vielleicht auch die Kräfte freigesetzt, die ein mitspielen auf Augenhöhe ermöglichen. Dass es für die Gastgeber schwierig, für die Zuschauer aber interessant werden dürfte zeigt ein Leistungsvergleich beider Mannschaften. Auf fremden Bahnen hat Zerbst bislang durchschnittlich 3695 Kegel zu Fall gebracht, soviele wie keine andere Mannschaft der Liga. Mit 3585 Kegeln kann das Maier-Team, da nicht ganz mithalten. Allerdings hat man sich auf den heimischen KC-Bahnen bislang auch nur näherungsweise an die tatsächliche Leistungsgrenze herangetastet. Da ist noch viel Luft nach oben. 

Schwabsbergs Top-Spieler Fabian Seitz bringt es auf den Punkt: „Es wird verdammt schwer, wenn wir uns am Samstag auch nur einigermaßen aus der Affäre ziehen wollen, aber eines ist auch klar - geschenkt gibt es bei uns gar nichts. Wir haben nichts zu verlieren und werden uns dementsprechend reinhängen. Das kann man gerne auch als Kampfansage interpretieren. Wenn uns allen Unkenrufen zum Trotz eine kleine Sensation gelingen sollte, umso besser. Das tut uns in der Entwicklung nur gut. So richtig ernst wird es für uns ohnehin erst an den folgenden Spieltagen. Da geht es dann wirklich um die Wurst. Zerbst ist die Kür, die eigentliche Pflicht kommt später“.

 

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufgebote

KC Schwabsberg:

Denis Annasensl, Sven Frenzel, Timo Hehl, Olaf Koberwitz, Thomas Schweier, Fabian Seitz, Alexander Stephan.

SKV Rot-Weiss Zerbst:

Torsten Reiser, Axel Schondelmaier, Mathias Weber, Christian Helmerich, Thomas Schneider, Timo Hoffmann, Oliver Scholler.

nächstes Spiel

Weltmeisterschaft U23
23. Mai 2012
in Bautzen
mit Timo Hehl,
Denis Annasensl und
Fabian Seitz
mehr dazu unter www.u23wm.de

 

letztes Spiel

Bamberg vs.

 

KC Schwabsberg

SKC VIctoria Bamberg KC Schwabsberg
8 0

 

Abschlusstabelle Saison 2011/12

Platz Team Punkte
1 SKV Rot Weiß Zerbst 36
2 SKC Victoria Bamberg 30
3 KC Schwabsberg 27
4 SKC Blau Weiß Peiting  22
5 SKK FEB Amberg 20
6  SKC Bavaria Karlstadt 15
7 ESV Ravensburg 10
8  1. SKK Viktoria Fürth 9
9 Fortuna AF Hirschau  8
10 ESV Schweinfurt 3