Zerbst in Schwabsberg am Rande einer Niederlage

Trainer unter sich

Das Spitzenspiel der 1. Kegler-Bundesliga zwischen dem KC Schwabsberg und dem amtierenden Deutschen Meister SKV Rot-Weiss Zerbst hielt was es versprach. Zwei absolut gleichwertige Mannschaften, fantastischer Kegelsport, Hochspannung bis zur vorletzten Kugel und fast eine Riesensensation. Kurzum Unterhaltung der Extraklasse!
Erstmals im Verlauf der Spielsaison befand sich der Deutsche Meister im Ligaspielbetrieb haarscharf am Rande einer Niederlage. Der Riese Zerbst wankte beim 3 : 5 gegen Schwabsbergs Fohlenmannschaft bedrohlich, aber am Ende fiel er dann doch nicht. Ganze zwei Kegel waren es, die den Ausschlag gaben und den Sachsen-Anhaltinern einen überaus glücklichen Sieg bescherten.  Die Zuschauer auf den nahezu bis auf den letzten Platz gefüllten KC-Bahnen, darunter reichlich Kegelprominenz, bekamen Kegelsport der Superlative zu sehen.

„Nach einem solchen Spiel weiß man nicht, ob man zuerst dem Sieger gratulieren oder den Verlierer bedauern soll“, resümierte Schwabsbergs Teamchef Rudolf Maier. „Am Ende“, so Maier weiter, „so denke ich, haben beide Mannschaften gewonnen. Zerbst hat mit diesem Erfolg einen Riesenschritt in Richtung Meisterschaft gemacht und wir haben zum Saisonfinale hin noch einmal mächtig Selbstvertrauen getankt. Unsere junge Mannschaft, die wohl jüngste, die jemals in der 1. Bundesliga gespielt hat, hat heute bewiesen, dass sie mit den ganz Großen mithalten kann. Für das erste Jahr können wir da schon sehr  zufrieden sein. Ich hoffe, dass wir alle Spieler halten können, denn da ist wirklich etwas Großes im Entstehen. Natürlich hätten uns diese beiden Punkte im Kampf um den dritten Platz außerordentlich gut getan. Jetzt müssen wir unsere Pflöcke eben dort einschlagen wo es gilt. An Vertrauen in die eigene Stärke dürfte es meiner Mannschaft nach diesem Spiel eigentlich nicht mangeln“.    

Unter den kritischen Augen von Bundestrainer Rainer Aulbach und dessen  Assistenten Helmut Münzenberger eröffnete Meisterschaftsfavorit Zerbst beinahe erwartungsgemäß mit Alexander Schondelmaier und Torsten Reiser in der Startpaarung gegen die Schwabsberger Timo Hehl und Fabian Seitz. Timo Hehl startete etwas verhalten und geriet auch prompt gegen Schondelmaier der mit einer starken Bahn in die Vollen aufwartete ins Hintertreffen. Dann legte der schmächtige Schwabsberger mit dem großen Kämpferherzen los und holte sich gleich drei Satzpunkte in Folge. Insbesondere in den Sätzen drei und vier, wo er sich mit einer absoluten Weltklasseleistung von 339 : 328 Kegeln gegen Schondelmaier (614 Kegel) durchsetzte. Als der auf der vierten Bahn im Räumen mit drei Handneunern in Folge konterte wurde es zwar noch einmal spannend aber der jüngste im Schwabsberger Team, der hervorragende 626 Kegel zu Fall brachte, ließ auch da nichts mehr anbrennen und holte den ersten Mannschaftspunkt für sein Team.
Fabian Seitz (610 Kegel) war im Duell mit Deutschlands Nr. 1 Torsten Reiser (632 Kegel) nicht anzumerken, dass er soeben noch die Schulbank gedrückt und gerade dem Prüfungsstress entronnen war. Beide lieferten sich ein packendes Duell. Beim Satzstand von 1,5 : 1,5 musste die Schlussbahn die Entscheidung bringen. Hier konnte sich Torsten Reiser entscheidend von seinem Schwabsberger Kontrahenten absetzen, als er seinen leichten Vorteil aus den Vollen mit einem Handneuner ins Abräumen weiter ausbauen konnte. Am Ende erkegelte er sich mit einer 172‘er Bahn den vielumjubelten Mannschaftspunkt für Zerbst.

Spielstand: 1 : 1 Mannschaftspunkte bei 1236 : 1246 Kegeln für den SKV RW Zerbst.

Sven Frenzel gegen Marcus Gerdau und Alexander Stephan gegen Christian Helmerich bildeten die Pärchen im zweiten Spielabschnitt. Schwabsbergs Terrier Sven Frenzel (584 Kegel) konnte dem Zerbster Gerdau auf der ersten Bahn noch ein Remis abringen, musste dann aber doch dem gewohnt konzentrierten und präzisen Spiel seines Gegners, der souveräne 622 Kegel erzielte, Tribut zollen.
Alexander Stephan (596 Kegel) zeigte sich gewohnt souverän. Mit hervorragenden 310 Kegeln auf den ersten beiden Bahnen stellte er schon frühzeitig die Weichen auf Sieg. Am Ende kam er gegen seinen Gegner Christian Helmerich, der nicht so richtig ins Spiel fand und bei 554 Kegeln hängen blieb, zu einem ungefährdeten Punktgewinn.

Spielstand: 2 : 2 Mannschaftspunkte bei 2416 : 2422 Kegeln für den SKV RW Zerbst.

Thomas Schweier, der für den leicht lädierten Olaf Koberwitz in die Mannschaft gekommen war, fehlte gegen den Deutschen Einzelmeister Matthias Weber zunächst der notwendige Biss. Bereits 0 : 2 nach Sätzen im Rückstand liegend besann er sich dann auf sein Können. Mit unbändigem Kampfeswillen wendet in aussichtsloser Situation das Blatt noch einmal. Bei jeweils 2 : 2 Gewinnsätzen erkämpfte er sich dank der zwei herausragenden Schlussbahnen mit dem besseren Endresultat von 599 : 586 Kegeln den verdienten Mannschaftspunkt.
Nebenan lieferten sich derweilen auch Denis Annasensl (613 Kegel) und der Zerbster Thomas Schneider (622 Kegel) eine tolle Partie. Ein nahezu ausgeglichenes Duell, das neben der keglerischen Klasse auch sehr kampfbetont geführt wurde. 3 : 1 nach Sätzen stand es am Ende für den Zerbster, der mit zwei furiosen Schlussbahnen seiner Mannschaft den denkbar knappen Gesamtsieg rettete.

Endstand:  3 : 5 Gesamtpunkte bei 3628 : 3630 Kegeln für den SKV RW Zerbst.

Schwabsbergs Kapitän Fabian Seitz zum Spiel: „Wir waren heute sehr gut auf den Gegner eingestellt und haben bewiesen, dass wir die individuelle Klasse haben, um auf Augenhöhe mit jeder Spitzenmannschaft in Deutschland mithalten zu können. Zerbst hat dieses Spiel sehr ernst genommen. Das zeigt allein schon der Umstand, dass die mit ihren absoluten Topathleten angetreten sind. Da war nichts von der zweiten Garde am Start.  Für alle die das heutige Spiel miterleben durften, war das ein fantastischer Kegelnachmittag, den man wohl nicht so schnell vergessen wird. Ich denke wir sind als Mannschaft auf einem guten Weg und gerüstet für die Aufgaben, die das Saisonfinale noch bringen wird“.

Statistik am Rande

Die beste Einzelbahn aller Akteure spielte Timo Hehl mit 174 Kegeln. Mit 111 Kegeln erzielte er auch das beste Resultat in die Vollen. Mit jeweils 71Kegeln erwiesen sich Denis Annasensl und der Zerbster Thomas Schneider als die treffsichersten Athleten im Räumen. Beide Mannschaften hatten jeweils nur 3 Fehlwürfe zu verzeichnen. Mit 632 Kegeln erzielte Torsten Reiser die Tagesbestleistung des Spiels.

 

 

KC Schwabsberg

3

 

:

 

 

5

SKV Rot-Weiß Zerbst

 

Kegel

SP

MaP

MaP

SP

Kegel

 

Timo Hehl

626

3

1

 

1

614

Axel Schondelmaier

Fabian Seitz

610

1,5

 

1

2,5

632

Torsten Reiser

Sven Frenzel

584

0,5

 

1

3,5

622

Marcus Gerdau

Alexander Stephan

596

3

1

 

1

554

Christian Helmerich

Thomas Schweier

599

2

1

 

2

586

Mathias Weber

Denis Annasensl

613

1

 

1

3

622

Thomas Schneider

 

3628

11,0

 

2,0

13,0

3630

 

 

nächstes Spiel

Weltmeisterschaft U23
23. Mai 2012
in Bautzen
mit Timo Hehl,
Denis Annasensl und
Fabian Seitz
mehr dazu unter www.u23wm.de

 

letztes Spiel

Bamberg vs.

 

KC Schwabsberg

SKC VIctoria Bamberg KC Schwabsberg
8 0

 

Abschlusstabelle Saison 2011/12

Platz Team Punkte
1 SKV Rot Weiß Zerbst 36
2 SKC Victoria Bamberg 30
3 KC Schwabsberg 27
4 SKC Blau Weiß Peiting  22
5 SKK FEB Amberg 20
6  SKC Bavaria Karlstadt 15
7 ESV Ravensburg 10
8  1. SKK Viktoria Fürth 9
9 Fortuna AF Hirschau  8
10 ESV Schweinfurt 3